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Mittwoch, 11. Mai 2011

Manche freilich

Unter der Hofmannsthalschen Überschrift "Manche freilich müssen drunten sterben" schrieb Walter Boehlich, ein Kritiker in des Wortes eigentlicher Bedeutung, wie er es gern und so manches Mal selbst nicht ganz frei von Fehlern tat, von den "sinnentstellenden Fehlern" anderer (1972 in der ZEIT). So sei in der Anthologie "Lesebuch" das Wort "Kriegslastern" in Hesses "O Freunde nicht diese Töne" fälschlich mit "Kriegslasten" wiedergegeben worden. Hesse hatte in dem NZZ-Aufsatz unter dem Beethoven-Zitat von "Kriegstugenden und Kriegslasten" geschrieben. Wer nun, wie Boehlich, dichotomisch denkt und Tugend und Laster als zwei Seiten einer Medaille betrachtet, der könnte vermuten, Hesse selbst habe ursprünglich "Laster" geschrieben und nicht "Lasten". Hat er aber nicht, jedenfalls wenn man der Werkausgabe folgt. Boehlich hätte das nachprüfen und eine möglicherweise ironische Wortwahl Hesses in Betracht ziehen müssen, bevor er von "sinnentstellenden Fehlern" sprach. Aber manchen freilich werden wohl auch die kritischen Tugenden bisweilen zur Last.

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