Man sollte meinen, jede gelungene Selbstreflexion decke den verborgenen agonalen Charakter des eigenen kulturellen Denkens und Handelns auf und wäre das Einfallstor für intellektuelle Gelassenheit und eine bescheidenere Sicht. Da jedoch das Agonale archetypisch tief im Menschen verwurzelt ist, wird der Reflektierende alsbald versuchen, jeden andern in der Tiefe der Reflexion über das Phänomen der Agonalität zu übertreffen. Die eigenen Erleuchtungen sollen heller strahlen als die der andern, und wenn wir uns mit anderen Reflektierenden auf der dritten Stufe der Metaebenen befinden, halten wir doch heimlich Ausschau nach einer vierten, um die andern zu übertreffen: das Agens (sic!) jeder kulturellen und intellektuellen Entwicklung.
Vielleicht ist das auch der wahre Sinn von Goethes letzten Worten: "Mehr Licht!"
Mad, bad, and dangerous to know
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Es ist Sonntagmorgen, und ich habe keine Lust zu schreiben. Aber ich kann
den Todestag von Lord Byron nicht ohne einen kleinen Post vorbeigehen
lassen. Un...
vor 20 Stunden

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